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Durch die Gegend: Ralph Ruthe

 Ralph Ruthe, Foto: Björn Gaus

Ralph Ruthe, Foto: Björn Gaus

Er nennt sich selbst gern mit Understatement „Witzbildmaler“. Und vermutlich haben die meisten schon mal einen seiner Cartoons gesehen. Oder, noch wahrscheinlicher, eins der Videos, die Ralph Ruthe im Netz veröffentlicht – Werbeparodien, Baum & Biber, Fernsehreporter Tjorben Eckermann oder das Proll-Schaf Thorsten Dörnbach und andere. Seit Jahren ist Ralph mit seinem Humor höchst erfolgreich – fast 750.000 Abonenten hat sein Youtube-Kanal, über 400.000 Leute folgen ihm bei Twitter. In den letzten Jahren haben seine Fans ihn auch als Menschen kennengelernt, der politisch Stellung bezieht. Warum er das tut, auch davon hat Ralph Ruthe Christian Möller bei einem Spaziergang durch seine Heimatstadt Bielefeld erzählt.

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Durch die Gegend: Jens Friebe

Jens Friebe, Foto: Max Zierrahn

Jens Friebe, Foto: Max Zierrahn

Der Rolling Stone hat ihn als den „einzigen deutschen Popstar“ bezeichnet, ein Zitat, das ihm ständig um die Ohren gehauen wird und das Jens Friebe deshalb inzwischen ein bisschen zwiespältig findet. Ob ihm „Vorzeige Gender-Boy“ lieber ist? Das hat das Missy Magazin geschrieben, weil Jens sich nicht so betont heterosexuell gibt wie andere Typen mit Gitarre, sondern Spaß am Spiel mit Androgynität hat und Feminismus unterstützt. Abgesehen davon war Friebe immer ein thinking man’s Musiker – ein bisschen subtiler, hintergründiger, sophisticateter als der Rest und trotzdem mit Glitzer und großen Melodien. Entdeckt wurde Jens Mitte der 2000er Jahre Indie-Impresario Alfred Hilsberg, auf Empfehlung von Jochen Distelmeyer von Blumfeld. Inzwischen ist sein siebentes Album erschienen. Es heißt „Fuck Penetration“. Mit Christian Möller ist er durch Kreuzberg flaniert, unter anderem durch die Bibliothek und auf dem Friedhof. Ein Gespräch über den Tod und die Angst davor, über Pop in der Provinz, über politische Songs und über Graubrot.

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Me, my shelf and I: Der Philosoph Wilhelm Schmid

Wilhelm Schmid, Foto: privat

Wilhelm Schmid, Foto: privat

 

„Wir stehen am Fuße eines hohen Gebirges“, sagt Wilhelm Schmid lachend. Als ein solches denkt er sich die drei Meter hohe Regalwand in seinem Wohnzimmer in Berlin-Charlottenburg. Eine Lese- und Arbeitsecke hat er sich dort eingerichtet, „in der ich verschwinden kann. Mit einem Tisch, in aller Seelenruhe, geschützt im Winkel. Vermutlich eine Reminiszenz an die Entwicklungsgeschichte der Menschheit, denn die Menschen haben ja mal in den Höhlen gehaust.“ Eine Höhle im Gebirge also.

Wer das Zentralmassiv aus Büchern erklimmt, findet Bücher über die Entstehung des Kosmos und die Evolution. Und dann geht es bald mit dem Denken los. Zeitlich angeordnet hat Schmid seine Bücher, von den alten Griechen, die ihm viel bedeuten, über Immanuel Kant („Ich habe viel Kant studiert. Nicht immer kapiert.“) über Friedrich Nietzsche, den er immer wieder aufschlägt, bis hin zu Michel Foucault, der ihn für seine eigene Philosophie inspirierte.

Belletristik findet sich hier kaum. „Die spielt für mich nicht so eine große Rolle.“ Obwohl er sagt: „Ich habe es immer mit Sokrates gehalten. Das erste für einen Philosophen ist, die Wahrheit zu sagen. Das zweite ist, die Wahrheit schön zu sagen.“

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Nicht nur Chopin: Streifzüge durch die polnische Musikgeschichte

Fryderyk Chopin

Fryderyk Chopin

Polnische Musik? Frédéric – bzw. Fryderyk – Chopin kennt man, klar. Auch Karol Szymamowski ist nicht ganz unbekannt. Und Henryk Górecki war mit seiner dritten Sinfonie sogar einmal in den Charts. Aber sonst? Nicht viel. Was schade ist, denn polnische Klassik hat so einiges zu bieten. Ich habe bei der Recherche für die SWR 2 Musikstunde so einige Komponist_innen entdeckt, von denen ich nichts wusste, die ich aber sicher öfer hören werde.Mieczysław Karłowiczs Violinkonzert z.B. ist fantastisch (und leider war kein Platz für seine sinfonischen Dichtungen), Kammermusik von Grażyna Bacewicz ist auch toll (leider blieb keine Zeit für ihe Konzerte und Sinfonien), die Musik von Andrzej Panufnik wird seit einigen Jahren völlig zurecht wieder entdeckt. Und wer, bitte, hat denn sonst einen komponierenden und virtuos Klavier spielenden Ministerpräsidenten wie Ignacy Jan Paderewski (Helmut Schmidts Orgelei konkurriert da nicht wirklich)?

SWR 2 Musikstunde – Polnische Musik Teil 1

SWR 2 Musikstunde – Polnische Musik Teil 2

SWR 2 Musikstunde – Polnische Musik Teil 3

SWR 2 Musikstunde – Polnische Musik Teil 4

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Durch die Gegend: Raúl Krauthausen

Raúl Krauhausen, Foto: Andi Weiland

Raúl Krauthausen, Foto: Andi Weiland

Raúl Krauthausen ist „Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit“, so steht es auf seiner Homepage. Er selbst sagt manchmal „Berufsbehinderter“, wenn er genervt davon ist, dass seine Behinderung auch seine tägliche Arbeit so stark bestimmt. Raul hat die sogenannte Glasknochenkrankheit, wegen der er auf den Rollstuhl angewiesen ist. Um leichter feststellen, ob Orte wie Cafés, Buchhandlungen rollstuhlgerecht sind, hat er die interaktive Online-Karte Wheelmap entwickelt und den Verein Sozialhelden e.V. gegründet, der für gesellschaftliche Probleme (nicht nur im Zusammenhang von Behinderung) sensibilisieren möchte. In seinem Buch „Dachdecker wollte ich eh nicht werden“ berichtet er humorvoll über das „Leben aus der Rollstuhlperspektive“ Mit Christian Möller ist er in Berlin-Kreuzberg am Landwehrkanal entlangflaniert.

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Me, my shelf and I: Maren Kroymann

Maren Kroymann, Foto: Christian Möller

Maren Kroymann, Foto: Christian Möller

Die blauen Bände der „Marx Engels Werke“ hatte sie früher so gut wie jede Woche in der Hand. In den 70er Jahren in Berlin, als sie im Studium auch den legendären „Kapital“-Lektüre-Kurs von Woflagng Fritz Haug besuchte. Inzwischen steht Marx ganz oben in Maren Kroymanns Regal, da, wo die Bücher stehen, die sie nicht mehr so regelmäßig braucht. Das Regal ist dieses berühmte weißlackierte Fabrikat aus Skandinavien, das schleppt sie auch seit dem Studium mit sich rum. „Nicht schön, ich weiß.“ Aber wichtig ist ja, was drinsteht. Und das man was hat für schlechte Zeiten. „Eine Bibliohek ist wie eine gut gefüllte Vorratskammer.“

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Sein und Streit: Braucht es linken Populismus?

Chantal Mouffe, Foto: Sefan Röhl, CC-BY-SA-2.0

Chantal Mouffe, Foto: Sefan Röhl, CC-BY-SA-2.0

Populismus kommt gut an: Laut einer Bertelsmann-Studie teilt fast jeder dritte deutsche Wahlberechtigte populistische Positionen. Ein Krisensymptom der Demokratie? Keineswegs, sagt Chantal Mouffe: Sie plädiert für einen linken Populismus.

„Populismus“ gilt im politischen Diskurs gemeinhin als Schimpfwort. „Populisten“, so werden grobe Vereinfacher und rücksichtslose Stimmungsmacher genannt, die Menschen hinter sich versammeln, indem sie Ängste schüren und Wut kanalisieren: gegen Fremde, gegen Andersdenkende oder gegen „die da oben“. Aber dieses Verständnis greife zu kurz, sagt Chantal Mouffe, die an der University of Westminster zu politischer Theorie lehrt und forscht.

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Me, my shelf and I: Ulli Lust und Markus Berges

Ulli Lust, Foto: Christian Möller

Ulli Lust, Foto: Christian Möller

Für das Kulturmagazin Scala kucke ich Leuten in ihre Bücherregale. Dabei reden wir über Lieblingsautoren und Leseerlebnisse und Fragen wie Lesezeichen oder Eselsecke? Antiquariat oder Altpapier? In den zwei neuen Folgen war ich bei der Comicautorin Ulli Lust in Berlin und dem Musiker und Schriftsteller Markus Berges von der Band Erdmöbel in Köln.

Me, my shelf and I: Ulli Lust

Me, my shelf and I: Markus Berges

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Gutenbergs Welt: Aufbruchstimmung

Universität Jena, 19. Jahrhundert

Universität Jena, 19. Jahrhundert

Nach der französischen Revolution kam die Revolution in den Köpfen. Über die schreibt der Historiker Peter Neumann in seinem Buch „Jena 1800“. In der thüringischen Universitätsstadt beginnen die Brüder Schlegel, der Philosoph Schelling und der Dichter Novalis, die Welt neu zu denken. Man darf vermuten, dass sie sich heute auch für die neuartige Form der Wirklichkeit interessieren würden, die unter dem Begriff „Virtuelle Realität“ gerade an die Tür der Gegenwart klopft. Vom Aufbruch morgens kurz vor neun erzählt Kirsten Fuchs.

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Durch die Gegend 32: Gisbert zu Knyphausen

Gisbert zu Knyphausen, Foto: Dennis Williamson

Gisbert zu Knyphausen, Foto: Dennis Williamson

Eine ganze Zeit lang war wenig zu hören von Gisbert zu Knyphausen. Nach dem überraschenden Tod seines Freundes und Kollegen Nils Koppruch zog sich der Singer/Songwriter erstmal zurück. Sieben Jahre vergingen von seinem zweiten Album bis zur aktuellen Platte „Das Licht dieser Welt“. Mit Christian Möller hat er darüber bei einem Spaziergang in Berlin-Neukölln gesprochen. Vom Körnerpark gings rüber zum Tempelhofer Feld, anschließend noch auf ein Eis in den Schillerkiez. Ein Gespräch über Tod, Trauer, Depressionen, das Betrachten von Ameisenhaufen, Musik und Politik, Spaziergänge mit Hund und Bauwagenromantik.